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Ein Stimmungsbericht vom Kursteilnehmer Peter Mazal: Vom 26.-29.10.2006 fand in Gnas ein Bau- und Spielkurs für Okarina statt. Unter der bewährten Leitung von Simone und Kurt Prein, sowie Elke Margetich, die uns die Spieltechnik der Okarina näher brachten und neue Stücke mit uns erarbeiteten, sowie unter der fachkundigen Betreuung von Kurt Posch, der sich in der Kurswerkstatt gemeinsam mit Hans Lercher um die Teilnehmer beim Bauen der neuen Instrumente kümmerte, versammelten sich wieder einmal Freunde der Okarina aus Nah und Fern, diesmal im Gnaserhof und in der Musikschule in Gnas, einer knapp 2000 Einwohner zählenden Gemeinde im oststeirischen Hügelland auf 276m Seehöhe. Manche von uns waren schon zum wiederholten Mal dabei, manche zum ersten Mal. Viele Bekannte konnte man wiederbegrüßen, einige neue Teilnehmer konnten wir kennen lernen, manche Freunde, die diesmal nicht dabei sein konnten vermissten wir auch. Um es gleich vorwegzunehmen: Den Referenten gelang es wieder, Freude am gemeinsamen Musizieren auf der Okarina zu erwecken! Auch wurde uns dieses wunderbare Instrument –abseits vom Bauen und Spielen – immer wieder ins Bewusstsein gebracht, so zum Beispiel als liebevoll von den Referenten gestaltete Okarina-Serviettenringe, die uns all die Tage beim (übrigens köstlichen und sehr reichlichen! steirischen) Essen im Gnaserhof begleiteten, oder als bunte, für viele von uns schon zur Tradition gewordene Namensanstecker in Okarinaform, die vor allem den Teilnehmern, die zum ersten Mal dabei waren, die Kommunikation untereinander erleichterten. Die Kursteilnehmer wurden in drei Gruppen eingeteilt, wobei jeweils eine Gruppe einen ganzen Tag lang in der Werkstatt Gelegenheit hatte, Okarinas zu bauen. Der Rest der Kursdauer war für das Spielen vorgesehen. Eine Okarina unter fachmännischer Leitung zu bauen, das ist schon etwas ganz Besonderes: Durch der eigenen Hände Arbeit werden aus Ton Töne! Da macht dann das Spiel auf dem selbst geschaffenen Instrumenten gleich doppelt soviel Spaß! Jede Kontur, jedes einzelne Spielloch will aber erarbeitet sein, unter höchster Konzentration, viel Geduld und Lust modelliert, ein wahrlich sinnliches Erlebnis, das auch schon eine beträchtliche Portion Vorfreude in sich barg. Vorfreude auf den Klang dieser freundlichen, bescheiden wirkenden und doch so wunderbar klingenden Gefäßtonflöten. Und diese Vorfreude wurde noch gesteigert, wenn man beim Bauen der eigenen neuen Instrumente auch andere Kursteilnehmer beim Spielen und Üben mit der Okarina belauschen konnte. Denn dieser Kurs war ja nicht nur Bau-, sondern eben auch Spielkurs. Und die Teilnehmer, die gerade nicht zum Bauen in der Okarinawerkstatt im Erdgeschoß der Musikschule in Gnas eingeteilt waren, übten in ihren Seminarräumen im Obergeschoß. So war der Kontakt zwischen den spielenden und bauenden Kursteilnehmern immer gegeben. In den Spielpausen gab es auch immer wieder Besuche in der Werkstatt, um zu sehen, wie weit die neuen Instrumente gediehen waren. Und zu sehen gab es da eine ganze Menge: Von den kleinen, zarten Sopranokarinas, über Tenorokarinas bis hin zu den großen Bassokarinas, in allen möglichen Tonarten, war alles auf den Werkbänken zu bestaunen. In den Spielgruppen konnte man in Ensemble- und auch Einzelunterricht sein Spiel auf der Okarina verfeinern und wieder einmal erleben, wie viel Vergnügen es bereiten kann, miteinander zu musizieren. Viele neue Stücke wurden eingeübt und ausgefeilt. Doch das Musizieren beschränkte sich nicht nur auf die Unterrichtseinheiten. Am Freitagabend gab es ein gemeinsames gemütliches Musizieren der Kursteilnehmer, und am Samstagabend einen gut besuchten Musikantenstammtisch im Gnaserhof, wo nicht nur die Okarina ertönte, sondern auch viele andere Instrumente, wie z.B. Gitarre, Geige, Klarinette, Akkordeon und Steirische Knopfharmonika, Harfe, Kontrabass, Hackbrett, Mundharmonika, Schwegel und Maultrommel, aber auch Nasenflöte, Basstrompete, Raffele, Dudelsack, und Nyckelharpa waren bis tief in die Nacht zu hören. Und gesungen wurde auch recht fleißig. Am Sonntagvormittag gab es dann noch eine theoretische Einführung in die Kunst des Stimmens der neugebauten Okarinas, welches nach einer Trocknungsphase von einer Woche durchzuführen ist, bevor das Brennen der Instrumente erfolgen kann. Damit endete der offizielle Teil des Bau- und Spielkurses. Einige Teilnehmer ließen den Kurs noch bei einem gemeinsamen Mittagessen im Gnaserhof ausklingen, bevor es ans Abschiednehmen ging. Vielen fiel das etwas schwer, doch ist der nächste Okarinakurs nicht allzu fern und da gibt es dann für viele von uns sicher ein Wiedersehen... (Peter Mazal)
Veranstaltungen 2005
Veranstaltungen 2004auf das Bild klicken, um nach www.ocarina.de zu verlinken
Veranstaltungen 2003OKARINA-FESTIVAL
8. – 11. Mai 2003 Ein
begeisterndes Fest in Budrio (Italien) anlässlich der Erfindung des
Instruments durch Giuseppe Donati vor 150 Jahren Ein
Bericht von Simone Prein Die Gemeinde von Budrio, einer Kleinstadt in der Nähe von Bologna, hat sich um dieses Festival viel Mühe gemacht: Plakate empfingen uns schon am Bahnhof, in den Schaufenstern der kleinen Geschäfte alte oder neue Okarinen, solche aus Glas oder aus Metall oder gar aus süßem Teig gebackene Instrumente. Man musste den Eindruck gewinnen, jeder würde sich dieses erste Festival freuen. Wir nannten uns „Österreichische Okarinamusik“ und waren sechs Personen aus der Steiermark und Vorarlberg: Edith und Kurt Posch, Elke Margetich, Sewi Krammer, Kurt und Simone Prein. Mit Dirndl und Lederhose mischten wir uns unter die Schar der Okarinaspieler, die aus Japan, Großbritannien und aus anderen Teilen Italiens angereist waren. Bei einem großen Konzert im wunderschönen Theater von Budrio durfte sich jede Gruppe präsentieren. Und jede Musikrichtung war vertreten: traditionelle Volksmusik aus Japan, Großbritannien, Nordafrika und Österreich, Interpretationen klassischer Musik und Unterhaltungsmusik. Ob 4- oder 6-Loch-Okarina oder die 10-löchrige italienische Form: die Okarina ist wirklich für jede Stilrichtung offen! Am Samstag bot das Festival auf der Piazza die Gelegenheit, folgende Okarinabauer kennenzulernen und ihre Instrumente auszuprobieren: Fabio Menaglio aus Budrio, Giorgio Pacchioni aus Bologna, John Taylor (er ist der Erfinder der 4-Loch-Okarina) und John Langley aus England. Weiters waren die sehr schönen Instrumente „Ti amo“ aus Japan zu sehen. Auch Hans Rotter aus Oberösterreich war mit seinen Instrumenten gekommen. Und Kurt Posch erregte viel Aufsehen mit seinem Okarina-Schaubauen. Ein Höhepunkt war das große Mittagessen zu dem die Gemeinde alle Teilnehmer des Festivals einlud. Lauter freiwillige Helfer hatten gemeinsam Okarinabrot gebacken, Ravioli in Okarinaform produziert und Mehlspeise in der Form des Instruments hergestellt. Es wurde uns ein Menü geboten, das man in keinem Restaurant findet: einmalige Hausmannskost aus der Emilia Romagna. Auch der Direktor des Theaters hatte eine Schürze (natürlich mit einer darauf abgebildeten Okarina) angelegt und servierte! Der Höhepunkt des Festivals war zweifelsohne das Konzert der Okarinagruppe aus Budrio, die 1863 ins Leben gerufen wurde und seither ohne Unterbrechung besteht. Die sieben Okarinaspieler bestachen gerade in der Interpretation einiger Stücke aus „Der Barbier von Seviglia“ von G. Rossini durch exzellente Intonation und exaktes Spiel. Anlässlich dieses Konzerts wurde auch der Preisträger des Kompositionswettbewerbs geehrt, der eine sehr interessante moderne Komposition für das Ensemble eingereicht hatte. Viele Anregungen haben wir aus Budrio mit nach Hause genommen, sei es in bezug auf den Okarinabau oder auf das Spiel und die Spieltechniken. Wie schön, dass wir dabeisein konnten! Mai 2003
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