Bauanleitung
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Einleitung: 

Die Okarina gehört zur Familie der Gefäßflöten und wird aus gewöhnlichem Ton hergestellt.
Wie bei der Blockflöte wird der Luftstrom durch den Schnabel zum Labium geführt und dort gebrochen. Der Ton entsteht durch das Schwingen der Luftsäule im Instrument, das wie eine getackte Orgelpfeife geschlossen ist (zum Vergleich dazu ist eine Blockflöte unten offen).
Aus diesem Grund ist der Klang der Okarina sehr dumpf und obertonarm und vermutlich deshalb auch in extremer Höhe noch für das Menschliche Ohr erträglich.

Okarinen gibt es in vielen verschiedenen Größen und Stimmungen, vor allem kleine und hoch klingende Instrumente werden gerne verwendet.

In weitere Folge ist nun die Bauweise beschreiben, die Kurt Posch bei der Herstellung seiner Instrumente verwendet. Die derzeitige Form hat sich über mehrere Jahre hin entwickelt, unter anderem auch durch den Einfluss mehrerer Baukurse, die Kurt Posch in Vorarlberg und in der Steiermark gehalten hat.

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Okarinabauanleitung 
(von Kurt Posch, Version 2002)

Beschreibung der Arbeitsschritte Foto anklicken zum Vergrössern
Der  Ton wird vom frischen Block abschnitten und zwischen zwei Holzstäben zu einer 4mm breiten Platte ausgewalkt.
Eine Schablone, die dem Kegelmantel der Okarina entspricht, wird aufgelegt und mit einem Messer wird die Form nachgeschnitten.
Hier sieht man die Tonmantel mit dem kegelförmigen Model 
(in diesem Falle aus Aluminium bestehend).
Der Aluminiummodel wird zusätzlich mit einem wasserlöslichem Gleitmittel eingestrichen, um den Ton später wieder davon entfernen zu können.
Der Ton wird um den Model geformt.
Die noch offenen Naht wird mit Schlicker verstrichen und mit den Finger zusammengedrückt.
Der Model wird vorsichtig entfernt. 
Die Form ist schon recht stabil und wird bei einer definierten Länge abgeschnitten. Das somit festgelegte Volumen ist später für die Tonhöhe ausschlaggebend.
Ein Deckel wird mit der gleichen Tondicke geformt und an den Kegel angeschlickert.
Der Hohlkörper aus Ton ist nun fertig. Das Mundstück wird in geeigneter Dicke ausgewalkt und zurechtgeschnitten, sodass es zum Körper der Okarina passt.
Das Mundstück wird mit Schlicker eingestrichen -
und an den Körper angepresst 
Aus dem Kegelmantel, der Kappe und der Mundstück ist nun eine Okarina entstanden. Wichtig ist der richtige Winkel zwischen Körper und Mundstück
Nun werden der halbfertigen Instrumente 2-3 Stunden angetrocknet.
Eine Schablone mit den richtigen Fingerpositionen wird aufgelegt und angezeichnet. Die Lokalisation der Löcher kann aber auch völlig frei gewählt werden und somit der individuellen Anatomie der Spielerhand angepasst werden.
Löcher werden mit einfachen Eisen- oder Holzbohrern im rechten Winkel zur Instrumentenoberfläche gebohrt.
Nun der schwierigste Schritt: Das Stechen der Windkanals.
Man sticht optimalerweise in der halben Wandstärke des Tons in Labialhöhe (d. h. nicht zu tief - sonst landet man im Hohlkörper, aber auch nicht zur oberflächlich - sonst sticht man nach aussen).
Mit einem gebogenen Instrument wird das Labium geschnitzt.
Auch die Innenseite muss entsprechend abgeschrägt und geputzt werden.
Wenn alles richtig gemacht wurde, erklingt nun beim Anblasen die annähern richtigen Töne der Tonleiter. Beim Trocknen verliert das Instrument Volumen und wird dann einen halben Ton höher klingen.

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horizontal rule

Anleitung zum Stimmen der Okarina

Version 2001, erstellt von Kurt und Simone Prein

  

Im getrockneten Zustand:

 

·        Windkanal reinigen

Feiner, einfacher Schmiergelpapierstreifen

 

·        Windkanalkante (gegenüber der Labialkante) reinigen, untere Seite brechen

z.B. mit dünnem, feinen Bohrer

 

·        Innere Kanten der Grifflöcher entgraten

mit feinem Instrument

 

·        Leitton überprüfen

wenn zu tief Þ Stimmloch bohren (weit von den bestehenden Grifflöchern entfernt, z.B. im Bereich der Hohlhand)

 

·        Vom Grundton bis zum obersten Ton
mit gleichem Anblasdruck stimmen

Ton zu tief Þ Griffloch des tieferen Tones vergrößern

Ton zu hoch Þ vorübergehend mit Tixo abkleben (endgültiges Stimmen nach dem Brennen)

 

·        Instrumente/Werkzeuge zum Vergrößern eines Loches

Schmiergelpapier, Bohrer oder Rundfeile

 

·        Stimmen nur mit Stimmgerät

 

 

·        Grifflöcher mit Versenker oder Retzi-Schwammerl säubern

 

 

Achtung: Am Labium keine Veränderungen vornehmen!

Das Brennen:

 

·        Rohbrand

950 Grad

 

·        Okarina im allgemeinen zu tief

1020 Grad (mehr Schwindung)

Im gebrannten Zustand:

 

·        Reihenfolge wie oben

 

 

·        Leitton zu hoch

mit Stimmwachs oder Bienenwachs bzw. Nagellack Loch verkleinern

 

·        Leitton zu tief

Loch mit Stimmwachs zur Gänze verschließen und eventuell mit einer Nadel wieder etwas öffnen

 

·        Restliche Töne zu hoch

mit Stimmwachs oder Bienenwachs bzw. Nagellack Loch verkleinern

 

·        Töne zu tief

den jeweils tieferen Ton aufbohren oder schleifen

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Tabelle zum Stimmen der Okarina

Modell Posch plus, Version 2001

Leitton H C CIS/DES D DIS/ES E F FIS/GES G GIS/AS A AIS/B
Grundton 1 C CIS/DES D DIS/ES E F FIS/GES G GIS/AS A AIS/B H
2 D DIS/ES E F FIS/GES G GIS/AS A AIS/B H C CIS/DES
3 E F FIS/GES G GIS/AS A AIS/B H C CIS/DES D DIS/ES
4 F FIS/GES G GIS/AS A AIS/B H/CES C CIS/DES D DIS/ES E
5 G GIS/AS A AIS/B H C CIS/DES D DIS/ES E F FIS/GES
6 A AIS/B H C CIS/DES D DIS/ES E F FIS/GES G GIS/AS
7 H C CIS/DES D DIS/ES E F FIS/GES G GIS/AS A AIS/B
8 C CIS/DES D DIS/ES E F FIS/GES G GIS/AS A AIS/B H
9 D DIS/ES E F FIS/GES G GIS/AS A AIS/B H C CIS/DES
10 E F FIS/GES G GIS/AS A AIS/B H C CIS/DES D DIS/ES

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